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    Energieausweis beim Immobilienverkauf – Pflicht & Kosten

    Der Energieausweis ist beim Immobilienverkauf Pflicht. Erfahren Sie, welchen Sie brauchen, was er kostet und wie Sie ihn bekommen.

    GIP
    GIP FrankfurtImmobilienexperten
    Aktualisiert:
    7 Min. Lesezeit

    Das Wichtigste in Kürze

    • Energieausweis ist beim Immobilienverkauf Pflicht – geregelt im Gebäudeenergiegesetz (GEG 2024)
    • Zwei Arten: Bedarfsausweis (berechnet) und Verbrauchsausweis (gemessen) – nicht frei wählbar
    • Bußgelder bis 15.000 € bei Verstößen gegen die Vorlagepflicht
    • Gültigkeit: 10 Jahre ab Ausstellungsdatum – prüfen Sie das Datum bei älteren Ausweisen
    • Kosten: 50-100 € (Verbrauchsausweis) bzw. 300-500 € (Bedarfsausweis)

    Wer eine Immobilie in Frankfurt verkaufen möchte, benötigt zwingend einen gültigen Energieausweis. Diese Pflicht gilt seit 2014 und wurde mit dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) 2024 nochmals verschärft. Der Energieausweis gibt Auskunft über die energetische Qualität eines Gebäudes und ist für Käufer ein wichtiges Entscheidungskriterium.

    In diesem Ratgeber erfahren Sie, welchen Energieausweis Sie für Ihre Immobilie benötigen, wo Sie ihn beantragen, was er kostet und welche rechtlichen Pflichten Sie als Verkäufer beachten müssen.

    Was ist ein Energieausweis?

    Der Energieausweis ist ein standardisiertes Dokument, das die energetische Qualität eines Gebäudes bewertet. Er zeigt auf einer Farbskala von Grün (A+) bis Rot (H) den Energieverbrauch bzw. -bedarf und ermöglicht Käufern den Vergleich verschiedener Immobilien.

    Der Ausweis enthält wichtige Kennwerte wie den Endenergiebedarf oder Endenergieverbrauch in kWh/(m²·a), die Effizienzklasse (A+ bis H) sowie den Energieträger der Heizung (z.B. Gas, Öl, Wärmepumpe).

    Bedarfsausweis oder Verbrauchsausweis?

    Es gibt zwei Arten von Energieausweisen – und Sie können nicht immer frei wählen, welchen Sie benötigen. Das GEG schreibt für bestimmte Gebäudetypen den Bedarfsausweis vor.

    Bedarfsausweis

    Berechnet den theoretischen Energiebedarf anhand von Gebäudedaten (Dämmung, Fenster, Heizung). Unabhängig vom Nutzerverhalten.

    Pflicht bei:

    • Wohngebäuden mit weniger als 5 Wohneinheiten
    • Bauantrag vor 1. November 1977
    • Nicht nachgerüstete Gebäude (EnEV 1977)

    Kosten: 300-500 €

    Verbrauchsausweis

    Basiert auf den tatsächlichen Verbrauchsdaten der letzten 3 Jahre. Spiegelt das Nutzerverhalten wider.

    Zulässig bei:

    • Wohngebäuden mit 5+ Wohneinheiten
    • Gebäuden mit Bauantrag nach 1. November 1977
    • Gebäuden mit nachträglicher Dämmung (EnEV 1977)

    Kosten: 50-100 €

    Welcher Ausweis für Ihre Immobilie?

    Faustregel: Bei älteren Gebäuden (Baujahr vor 1978) mit weniger als 5 Wohneinheiten ist meist der Bedarfsausweis Pflicht. Bei neueren oder größeren Gebäuden genügt oft der günstigere Verbrauchsausweis. Im Zweifel beraten wir Sie gerne.

    Energieausweis beantragen: Schritt für Schritt

    Die Beantragung eines Energieausweises ist unkompliziert. So gehen Sie vor:

    1

    Ausweisart bestimmen

    Prüfen Sie anhand von Baujahr und Wohneinheiten, ob Sie einen Bedarfs- oder Verbrauchsausweis benötigen (siehe oben).

    Tipp: Bei Unsicherheit hilft ein Blick in die Bauakte oder Fragen Sie einen Energieberater

    2

    Unterlagen zusammenstellen

    Für Verbrauchsausweis: Heizkostenabrechnungen der letzten 3 Jahre, Wohnfläche, Baujahr, Energieträger der Heizung.

    Für Bedarfsausweis: Zusätzlich Baupläne, Angaben zu Dämmung, Fenstertyp, Heizungsanlage.

    3

    Anbieter wählen

    Sie können den Energieausweis online oder vor Ort erstellen lassen. Online-Anbieter sind günstiger, Vor-Ort-Erstellung oft genauer.

    Berechtigte Aussteller: Energieberater, Architekten, Ingenieure, Schornsteinfeger

    4

    Ausweis erstellen lassen

    Nach Übermittlung der Unterlagen wird der Energieausweis erstellt. Online dauert dies oft nur 1-2 Tage, bei Vor-Ort-Erstellung ca. 1-2 Wochen.

    5

    Ausweis bei Verkauf vorlegen

    Der Energieausweis muss spätestens bei der Besichtigung vorgelegt und bei Vertragsschluss an den Käufer übergeben werden.

    Pflichtangaben im Inserat: Energiekennwert, Effizienzklasse, Baujahr, Energieträger

    Was kostet ein Energieausweis?

    Die Kosten variieren je nach Ausweisart und Erstellungsweg:

    Kostenübersicht Energieausweis

    ArtOnline-ErstellungVor-Ort-Erstellung
    Verbrauchsausweis50-80 €100-150 €
    Bedarfsausweis100-150 €300-500 €

    Die Kosten können je nach Anbieter und Gebäudekomplexität variieren. Bei denkmalgeschützten Gebäuden oder ungewöhnlichen Grundrissen sind Aufschläge möglich.

    Qualität vor Preis

    Extrem günstige Online-Angebote unter 30 € sollten Sie kritisch prüfen. Ein fehlerhafter Energieausweis kann zu rechtlichen Problemen führen und das Vertrauen der Käufer beeinträchtigen.

    Rechtliche Pflichten beim Immobilienverkauf

    Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) regelt genau, wann und wie Sie den Energieausweis vorlegen müssen:

    Pflichtangaben im Immobilieninserat

    In jeder Verkaufsanzeige müssen Sie angeben: Art des Energieausweises, Endenergiebedarf/-verbrauch in kWh/(m²·a), wesentlicher Energieträger der Heizung, Baujahr und Energieeffizienzklasse.

    Vorlagepflicht bei Besichtigung

    Spätestens bei der Besichtigung muss der Energieausweis dem Interessenten unaufgefordert vorgelegt werden – entweder als Original oder als Kopie.

    Aushändigungspflicht bei Vertragsschluss

    Bei Abschluss des Kaufvertrags muss dem Käufer eine Kopie oder das Original des Energieausweises übergeben werden.

    Bußgelder bei Verstößen

    Verstöße gegen die Energieausweis-Pflicht sind Ordnungswidrigkeiten und können mit Bußgeldern geahndet werden:

    • Bis zu 15.000 € bei fehlendem Energieausweis oder falschen Angaben
    • Bis zu 15.000 € bei fehlenden Pflichtangaben im Inserat
    • Bis zu 10.000 € bei Nichtvorlage bei Besichtigung

    Welcher Ausweis ist besser für den Verkauf?

    Wenn Sie die Wahl haben, stellt sich die Frage: Welcher Ausweis stellt Ihre Immobilie besser dar?

    Empfehlung nach Situation

    SituationEmpfehlung
    Sparsame Vorbesitzer, niedriger Verbrauch→ Verbrauchsausweis zeigt günstigen Verbrauch
    Hoher Verbrauch durch intensive Nutzung→ Bedarfsausweis zeigt objektive Gebäudequalität
    Gut gedämmtes, modernes Gebäude→ Bedarfsausweis dokumentiert Investitionen
    Unsanierter Altbau→ Verbrauchsausweis falls günstiger (wenn zulässig)

    Wichtig: Käufer wissen, dass der Verbrauchsausweis vom Nutzerverhalten abhängt. Ein Bedarfsausweis gilt als objektiver und kann bei gut gedämmten Immobilien ein Verkaufsargument sein.

    Typische Fehler beim Energieausweis vermeiden

    Fehler 1: Falschen Ausweistyp bestellt

    Ein Verbrauchsausweis für ein Gebäude, das einen Bedarfsausweis benötigt, ist ungültig.

    Lösung: Vor Bestellung Baujahr und Wohneinheiten prüfen. Bei Unsicherheit Fachmann fragen.

    Fehler 2: Abgelaufenen Ausweis verwendet

    Der Energieausweis ist nur 10 Jahre gültig. Ein abgelaufener Ausweis erfüllt nicht die gesetzlichen Anforderungen.

    Lösung: Ablaufdatum auf dem Ausweis prüfen und rechtzeitig neuen beantragen.

    Fehler 3: Pflichtangaben im Inserat vergessen

    Fehlende Energiekennwerte im Inserat sind ein Verstoß gegen das GEG und können mit Bußgeld geahndet werden.

    Lösung: Vor Inseratschaltung alle Pflichtangaben (Kennwert, Klasse, Energieträger, Baujahr) eintragen.

    Fehler 4: Ausweis erst bei Notartermin vorlegen

    Die Vorlagepflicht gilt bereits bei der Besichtigung – nicht erst beim Notartermin.

    Lösung: Energieausweis zu jeder Besichtigung mitnehmen und unaufgefordert zeigen.

    Fehler 5: Billiganbieter ohne Qualitätsprüfung

    Extrem günstige Online-Ausweise basieren oft auf ungeprüften Selbstauskünften und können fehlerhafte Werte enthalten.

    Lösung: Auf qualifizierte Aussteller setzen und bei Bedarfsausweisen Vor-Ort-Begehung bevorzugen.

    Wer darf einen Energieausweis ausstellen?

    Nicht jeder darf Energieausweise ausstellen. Das GEG definiert klare Anforderungen an die Qualifikation:

    Berechtigte Aussteller

    • Architekten und Bauingenieure mit entsprechender Ausbildung
    • Zertifizierte Energieberater (BAFA-gelistet)
    • Schornsteinfeger mit Zusatzqualifikation
    • Handwerksmeister bestimmter Gewerke (z.B. Heizungsbau, Kälteanlagenbau)
    • Physiker und Maschinenbauingenieure mit Zusatzausbildung

    Tipp: Auf der Website der Deutschen Energie-Agentur (dena) finden Sie qualifizierte Aussteller in Ihrer Nähe.

    Ausnahmen von der Energieausweis-Pflicht

    In wenigen Ausnahmefällen ist kein Energieausweis erforderlich:

    • Denkmalgeschützte Gebäude – wenn die Anforderungen des Denkmalschutzes einer energetischen Sanierung entgegenstehen
    • Kleine Gebäude unter 50 m² Nutzfläche
    • Gebäude ohne Heizung (z.B. unbeheizte Lagerhallen, Garagen)
    • Abbruchgebäude – wenn der Abriss bereits genehmigt ist

    Vorsicht bei Denkmalschutz

    Die Ausnahme für denkmalgeschützte Gebäude greift nicht automatisch. Sie müssen nachweisen können, dass energetische Maßnahmen aus Denkmalschutzgründen nicht möglich sind.

    Fazit: Energieausweis rechtzeitig beschaffen

    Der Energieausweis ist beim Immobilienverkauf unverzichtbar und gesetzlich vorgeschrieben. Kümmern Sie sich frühzeitig um die Beschaffung – idealerweise bevor Sie mit der Vermarktung beginnen. So vermeiden Sie Bußgelder und können alle Pflichtangaben im Inserat machen.

    Wenn Sie sich nicht sicher sind, welchen Ausweistyp Sie benötigen oder wie Sie die energetische Qualität Ihrer Immobilie optimal präsentieren, sprechen Sie mit uns. Im Rahmen unserer Unterlagen-Prüfung kontrollieren wir auch Ihren Energieausweis und beraten Sie zur optimalen Verkaufsstrategie.

    Verkaufen Sie Ihre Immobilie in Frankfurt?

    Wir unterstützen Sie bei der Zusammenstellung aller verkaufsrelevanten Unterlagen – vom Energieausweis bis zum Grundbuchauszug. Profitieren Sie von unserer Erfahrung aus über 500 erfolgreichen Verkäufen in Frankfurt.

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    Häufig gestellte Fragen

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