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    Wissen & Begriffe

    Immobilien-Glossar

    92 Fachbegriffe rund um Immobilien, Verkauf und Recht – verständlich erklärt.

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    A
    5 Begriffe

    Abgeschlossenheitsbescheinigung

    Amtliche Bescheinigung, dass eine Wohnung baulich von anderen Einheiten getrennt und eigenständig nutzbar ist. Sie ist Voraussetzung für die Bildung von Wohnungseigentum nach dem WEG und wird vom zuständigen Bauamt ausgestellt.

    Wohnung in der WEG verkaufen

    Alleinauftrag

    Maklervertrag, bei dem der Eigentümer nur einen einzigen Makler mit dem Verkauf beauftragt. Im Gegensatz zum einfachen Auftrag darf der Eigentümer keinen weiteren Makler einschalten. Der qualifizierte Alleinauftrag schließt zusätzlich den Privatverkauf aus.

    Maklervertrag kündigen

    Annuitätendarlehen

    Die häufigste Form der Immobilienfinanzierung in Deutschland. Die monatliche Rate (Annuität) bleibt über die Zinsbindung konstant und setzt sich aus Zins- und Tilgungsanteil zusammen. Mit jeder Rate sinkt der Zinsanteil und steigt die Tilgung.

    Auflassung

    Die rechtsverbindliche Einigung zwischen Käufer und Verkäufer über den Eigentumsübergang einer Immobilie. Die Auflassung wird vor dem Notar erklärt und ist Voraussetzung für die Umschreibung im Grundbuch.

    Kaufvertrag Immobilie

    Auflassungsvormerkung

    Eintragung in Abteilung II des Grundbuchs, die den Anspruch des Käufers auf Eigentumsübertragung sichert. Sie schützt den Käufer davor, dass der Verkäufer die Immobilie ein zweites Mal verkauft oder mit weiteren Grundschulden belastet.

    Grundbuch verstehen
    C
    1 Begriff

    Courtage

    Synonym für Maklerprovision. In Frankfurt beträgt die Courtage seit der gesetzlichen Neuregelung 2020 jeweils 3,57 % (inkl. MwSt.) für Käufer und Verkäufer. Der Begriff wird vor allem in Norddeutschland und im gewerblichen Bereich verwendet.

    Maklerkosten Frankfurt
    B
    6 Begriffe

    Baulast

    Öffentlich-rechtliche Verpflichtung eines Grundstückseigentümers gegenüber der Baubehörde. Baulasten können z. B. Abstandsflächen, Stellplätze oder Zufahrtsrechte betreffen. Sie werden im Baulastenverzeichnis der Gemeinde eingetragen und sind beim Verkauf offenzulegen.

    Bauleitplanung

    Planerische Steuerung der städtebaulichen Entwicklung durch die Gemeinde. Sie umfasst den Flächennutzungsplan (vorbereitend) und den Bebauungsplan (verbindlich). Die Bauleitplanung bestimmt, was auf einem Grundstück gebaut werden darf.

    Bebauungsplan

    Verbindlicher Bauleitplan einer Gemeinde, der Art und Maß der baulichen Nutzung, Bauweise und überbaubare Grundstücksflächen festlegt. Beim Grundstücksverkauf ist der B-Plan entscheidend für den Wert, da er das Entwicklungspotenzial definiert.

    Grundstück verkaufen Frankfurt

    Bestellerprinzip

    Seit Juni 2015 gilt bei der Vermietung: Wer den Makler beauftragt, zahlt die Provision. Beim Immobilienverkauf gilt seit Dezember 2020 die hälftige Provisionsteilung zwischen Käufer und Verkäufer.

    Maklerkosten Frankfurt

    Bodenrichtwert

    Durchschnittlicher Lagewert des Bodens pro Quadratmeter, ermittelt vom Gutachterausschuss auf Basis tatsächlicher Verkäufe. In Frankfurt variieren die Bodenrichtwerte zwischen ca. 400 €/m² in Randlagen und über 2.500 €/m² in der Innenstadt.

    Bodenrichtwert Frankfurt

    Bruchteilsgemeinschaft

    Eigentumsform, bei der mehrere Personen gemeinsam Eigentümer einer Immobilie sind, jeweils mit einem bestimmten Anteil (z. B. je ½). Jeder Miteigentümer kann über seinen Anteil frei verfügen. Häufig bei Ehepaaren oder Erbengemeinschaften.

    D
    3 Begriffe

    Dienstbarkeit

    Belastung eines Grundstücks zugunsten einer bestimmten Person (beschränkte persönliche Dienstbarkeit) oder eines anderen Grundstücks (Grunddienstbarkeit). Beispiele: Wegerecht, Leitungsrecht, Wohnrecht. Dienstbarkeiten werden in Abteilung II des Grundbuchs eingetragen.

    Grundbuch verstehen

    Dingliches Recht

    Recht, das sich unmittelbar auf eine Sache bezieht und gegenüber jedermann wirkt (z. B. Eigentum, Grundschuld, Dienstbarkeit). Dingliche Rechte an Grundstücken werden im Grundbuch eingetragen und bleiben auch bei einem Eigentümerwechsel bestehen.

    Doppelhaus

    Zwei aneinander gebaute Einfamilienhäuser, die sich eine gemeinsame Wand (Brandwand) teilen. Beim Verkauf einer Doppelhaushälfte sind Nachbarrechte, gemeinsame Leitungen und ggf. Wegerechte zu beachten.

    Haus verkaufen Frankfurt
    E
    8 Begriffe

    Ertragswertverfahren

    Wertermittlungsverfahren für vermietete Immobilien, das den Wert aus den nachhaltig erzielbaren Mieteinnahmen ableitet. Relevant für Mehrfamilienhäuser und Kapitalanlagen. Der Ertragswert berücksichtigt Bodenwert, Mieteinnahmen, Bewirtschaftungskosten und Restnutzungsdauer.

    Wertermittlung Immobilie

    Exposé

    Verkaufsunterlage, die eine Immobilie detailliert präsentiert – mit Fotos, Grundrissen, Lagebeschreibung, Ausstattungsmerkmalen und Preis. Ein professionelles Exposé ist entscheidend für den ersten Eindruck bei potenziellen Käufern und beeinflusst die Vermarktungsdauer.

    Exposé & Inszenierung

    Eigenbedarfskündigung

    Kündigung eines Mietverhältnisses durch den Vermieter, weil er die Wohnung für sich selbst, Familienangehörige oder Angehörige seines Haushalts benötigt. Eine der wenigen gesetzlich anerkannten Kündigungsgründe. Die Kündigungsfristen richten sich nach der Mietdauer.

    Eigentümergemeinschaft (WEG)

    Gemeinschaft aller Wohnungseigentümer eines Mehrfamilienhauses, geregelt durch das Wohnungseigentumsgesetz (WEG). Die WEG verwaltet das Gemeinschaftseigentum, fasst Beschlüsse in Eigentümerversammlungen und erhebt Hausgeld.

    Wohnung in der WEG verkaufen

    Energieausweis

    Dokument, das den energetischen Zustand eines Gebäudes darstellt. Seit dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist er beim Verkauf Pflicht und muss spätestens bei der ersten Besichtigung vorgelegt werden. Es gibt den Bedarfsausweis (auf Basis bauphysikalischer Daten) und den Verbrauchsausweis (auf Basis tatsächlicher Verbräuche).

    Energieausweis beim Verkauf

    Erbbauzins

    Regelmäßige Zahlung des Erbbauberechtigten an den Grundstückseigentümer für die Nutzung des Grundstücks. Typischerweise 3–5 % des Grundstückswerts pro Jahr. Immobilien auf Erbbaurecht sind oft günstiger, aber durch den Erbbauzins mit laufenden Kosten belastet.

    Erbengemeinschaft

    Gemeinschaft mehrerer Erben, die gemeinsam über den Nachlass verfügen müssen. Beim Immobilienverkauf müssen alle Miterben zustimmen. Uneinigkeit kann zur Teilungsversteigerung führen. Eine professionelle Moderation hilft, Konflikte zu vermeiden.

    Geerbte Immobilie verkaufen

    Erschließungskosten

    Kosten für die erstmalige Herstellung der öffentlichen Infrastruktur (Straßen, Wasser, Abwasser, Strom) eines Grundstücks. Nicht voll erschlossene Grundstücke können nachträglich mit Erschließungsbeiträgen belastet werden.

    F
    3 Begriffe

    Finanzierungsbestätigung

    Schriftliche Zusage einer Bank, dass ein Kaufinteressent die Finanzierung für eine bestimmte Immobilie erhält. Eine Finanzierungsbestätigung ist kein bindender Kreditvertrag, gibt dem Verkäufer aber Sicherheit über die Zahlungsfähigkeit des Käufers.

    Interessenten-Qualifizierung

    Flurkarte

    Amtliche Karte des Katasters, die alle Flurstücke (Grundstücke) einer Gemarkung mit ihren Grenzen, Gebäuden und Nutzungsarten darstellt. Beim Immobilienverkauf wird ein Auszug aus der Flurkarte als Unterlage für den Notar benötigt.

    Unterlagen für den Hausverkauf

    Flurstück

    Kleinste Buchungseinheit des Liegenschaftskatasters. Jedes Grundstück besteht aus einem oder mehreren Flurstücken, die durch eine eindeutige Nummer (Gemarkung, Flur, Flurstücksnummer) identifiziert werden.

    G
    10 Begriffe

    GFZ (Geschossflächenzahl)

    Gibt an, wie viel Quadratmeter Geschossfläche je Quadratmeter Grundstücksfläche zulässig sind. Eine GFZ von 1,2 bedeutet: Auf einem 500-m²-Grundstück dürfen maximal 600 m² Geschossfläche entstehen. Wichtig für die Wertermittlung von Grundstücken.

    Grundstück verkaufen Frankfurt

    GRZ (Grundflächenzahl)

    Bestimmt den Anteil des Grundstücks, der maximal überbaut werden darf. Eine GRZ von 0,4 bedeutet: 40 % der Grundstücksfläche dürfen bebaut werden. Im Bebauungsplan festgelegt und relevant für die Bewertung von Baugrundstücken.

    Grundstück verkaufen Frankfurt

    Gemeinschaftseigentum

    Teile des Gebäudes und des Grundstücks einer WEG, die allen Eigentümern gemeinsam gehören – z. B. Treppenhaus, Dach, Fassade, tragende Wände, Heizungsanlage. Das Gemeinschaftseigentum wird aus dem Hausgeld instand gehalten.

    Grundbuch

    Öffentliches Register beim Amtsgericht, in dem alle Rechte an Grundstücken verzeichnet sind. Es gliedert sich in drei Abteilungen: I (Eigentümer), II (Lasten und Beschränkungen wie Wegerechte), III (Grundpfandrechte wie Grundschulden und Hypotheken).

    Grundbuch verstehen

    Grunddienstbarkeit

    Belastung eines Grundstücks (dienendes Grundstück) zugunsten eines anderen Grundstücks (herrschendes Grundstück). Typische Beispiele: Wegerecht, Leitungsrecht, Überbaurecht. Grunddienstbarkeiten bleiben bei einem Eigentümerwechsel bestehen.

    Grunderwerbsteuer

    Steuer, die beim Kauf einer Immobilie anfällt. In Hessen beträgt der Steuersatz 6 % des Kaufpreises. Die Grunderwerbsteuer wird vom Käufer getragen und ist Voraussetzung für die Eigentumsumschreibung im Grundbuch.

    Grunderwerbsteuer Hessen

    Grundfläche (GF)

    Gesamte überbaute und nutzbare Fläche eines Gebäudes, gemessen nach DIN 277. Die Grundfläche umfasst Nutzfläche, Verkehrsfläche und technische Funktionsfläche. Nicht zu verwechseln mit der Wohnfläche, die nach WoFlV berechnet wird.

    Grundschuld

    Pfandrecht an einem Grundstück zur Sicherung eines Darlehens, eingetragen in Abteilung III des Grundbuchs. Anders als die Hypothek ist die Grundschuld nicht an eine bestimmte Forderung gebunden. Vor dem Verkauf muss die Grundschuld gelöscht oder vom Käufer übernommen werden.

    Haus verkaufen mit Schulden

    Grundstückswert

    Wert des unbebauten oder bebauten Grundstücks, ermittelt anhand von Bodenrichtwert, Grundstücksgröße, Zuschnitt und Bebaubarkeit. In Frankfurt kann das Grundstück bei Einfamilienhäusern 30–50 % des Gesamtwerts ausmachen.

    Grundstück verkaufen Frankfurt

    Gutachterausschuss

    Unabhängiges Gremium bei der Stadtverwaltung, das Kaufpreise sammelt, auswertet und Bodenrichtwerte sowie Marktberichte veröffentlicht. Die Daten des Gutachterausschusses Frankfurt sind Grundlage jeder professionellen Immobilienbewertung.

    Immobilienbewertung Frankfurt
    H
    3 Begriffe

    Hypothek

    Grundpfandrecht zur Sicherung eines Darlehens, das im Gegensatz zur Grundschuld an eine konkrete Forderung gebunden ist (akzessorisch). In der Praxis wird die Hypothek heute kaum noch verwendet – die flexiblere Grundschuld hat sie weitgehend abgelöst.

    Grundbuch verstehen

    Hausgeld

    Monatlicher Vorschuss, den Wohnungseigentümer an die WEG-Verwaltung zahlen. Das Hausgeld deckt Betriebskosten, Verwaltungskosten und die Zuführung zur Instandhaltungsrücklage. Es ist höher als die auf Mieter umlegbaren Nebenkosten.

    Hausverwaltung

    Unternehmen oder Person, die die laufende Verwaltung einer WEG oder Mietimmobilie übernimmt. Die Hausverwaltung erstellt Abrechnungen, organisiert Instandhaltungen und vertritt die WEG nach außen.

    I
    3 Begriffe

    Immobilienmakler

    Gewerblich tätiger Vermittler zwischen Immobilienverkäufer und -käufer. In Deutschland ist die Tätigkeit nach § 34c GewO erlaubnispflichtig. Seit 2020 gilt die gesetzliche Provisionsteilung: Käufer und Verkäufer zahlen jeweils maximal die Hälfte der vereinbarten Provision.

    Maklerkosten Frankfurt

    ImmoWertV (Immobilienwertermittlungsverordnung)

    Rechtsverordnung, die die standardisierten Verfahren zur Wertermittlung von Immobilien regelt: Vergleichswertverfahren, Ertragswertverfahren und Sachwertverfahren. Grundlage für Gutachten und Bewertungen im deutschen Immobilienmarkt.

    Verkehrswertgutachten

    Instandhaltungsrücklage

    Rücklage der WEG für zukünftige Reparaturen und Sanierungen am Gemeinschaftseigentum (Dach, Fassade, Heizung etc.). Eine gut gefüllte Rücklage ist ein Verkaufsargument, da sie Käufern signalisiert, dass keine teuren Sonderumlagen drohen.

    K
    4 Begriffe

    Kataster

    Amtliches Verzeichnis aller Grundstücke (Flurstücke) einer Gemarkung mit Angaben zu Lage, Größe, Nutzung und Eigentümer. Das Liegenschaftskataster wird vom Katasteramt geführt und bildet zusammen mit dem Grundbuch die Grundlage des deutschen Grundstücksrechts.

    Kubatur

    Umbauter Raum eines Gebäudes in Kubikmetern, berechnet nach DIN 277. Die Kubatur ist relevant für das Sachwertverfahren, bei dem der Gebäudewert aus den Herstellungskosten pro Kubikmeter umbauten Raums ermittelt wird.

    Wertermittlung Immobilie

    Kaufnebenkosten

    Zusätzliche Kosten beim Immobilienerwerb neben dem Kaufpreis: Grunderwerbsteuer (in Hessen 6 %), Notarkosten (ca. 1,5 %), Grundbuchgebühren (ca. 0,5 %) und ggf. Maklerprovision. In Frankfurt summieren sich die Nebenkosten auf ca. 10–12 % des Kaufpreises.

    Maklerkosten Frankfurt

    Kaufvertrag (notarieller)

    Vertrag über den Kauf einer Immobilie, der in Deutschland zwingend notariell beurkundet werden muss (§ 311b BGB). Der Notar erstellt den Vertrag, klärt beide Parteien auf und überwacht die Kaufpreiszahlung über ein Notaranderkonto oder Direktzahlung.

    Kaufvertrag Immobilie
    L
    4 Begriffe

    Lageplan

    Amtlicher Plan, der die genaue Lage eines Grundstücks mit Grenzen, Gebäuden und Nachbargrundstücken darstellt. Der amtliche Lageplan wird vom Vermessungsamt erstellt und ist Bestandteil des Bauantrags sowie wichtige Unterlage beim Immobilienverkauf.

    Unterlagen für den Hausverkauf

    Lastenfreistellung

    Löschung aller im Grundbuch eingetragenen Belastungen (v. a. Grundschulden) vor oder bei Eigentumsübergang. Der Notar organisiert die Lastenfreistellung, indem er die Ablösesumme an die finanzierende Bank des Verkäufers aus dem Kaufpreis zahlt.

    Leibrente

    Verkaufsmodell, bei dem der Verkäufer die Immobilie gegen eine lebenslange monatliche Rente statt eines Einmalbetrags veräußert. Der Verkäufer behält häufig ein Wohnrecht. Der Kaufpreis wird versicherungsmathematisch auf Basis der Lebenserwartung berechnet.

    Löschungsbewilligung

    Erklärung der Bank gegenüber dem Grundbuchamt, dass die eingetragene Grundschuld gelöscht werden darf. Die Bank erteilt die Löschungsbewilligung, sobald das Darlehen vollständig zurückgezahlt ist.

    M
    7 Begriffe

    Marktwert

    Synonym für Verkehrswert gemäß § 194 BauGB. Der Marktwert bezeichnet den Preis, der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr unter Berücksichtigung aller wertbeeinflussenden Faktoren zum Bewertungsstichtag zu erzielen wäre. Grundlage für jede Preisverhandlung.

    Wertermittlung Immobilie

    Mietspiegel

    Übersicht über die ortsübliche Vergleichsmiete, erstellt von der Kommune oder Interessenverbänden. Frankfurt veröffentlicht einen qualifizierten Mietspiegel, der für Mieterhöhungen und die Bewertung vermieteter Immobilien herangezogen wird.

    Vermietete Wohnung verkaufen

    Modernisierungsumlage

    Nach einer Modernisierung darf der Vermieter bis zu 8 % der Kosten jährlich auf die Miete umlegen (§ 559 BGB). Für Käufer vermieteter Immobilien relevant, da Modernisierungsumlagen die erzielbaren Mieteinnahmen und damit den Ertragswert beeinflussen.

    Maklerprovision

    Vergütung für die erfolgreiche Vermittlung eines Immobilienverkaufs. Seit Dezember 2020 gilt in Deutschland die hälftige Provisionsteilung: Käufer und Verkäufer zahlen jeweils 3,57 % (inkl. MwSt.) des Kaufpreises – insgesamt 7,14 %.

    Maklerkosten Frankfurt

    Maklervertrag

    Vertrag zwischen Immobilieneigentümer und Makler über die Vermittlung eines Verkaufs. Es gibt den einfachen Maklerauftrag, den Alleinauftrag und den qualifizierten Alleinauftrag. Die Vertragslaufzeit, Kündigung und Pflichten sollten klar geregelt sein.

    Maklervertrag kündigen

    Mietmultiplikator

    Kennzahl zur Bewertung von Kapitalanlagen: Kaufpreis geteilt durch Jahresnettokaltmiete. In Frankfurt liegen typische Mietmultiplikatoren bei 25–35. Je niedriger der Multiplikator, desto höher die Rendite für den Käufer.

    Vermietete Wohnung verkaufen

    Miteigentumsanteil

    Rechnerischer Anteil eines Wohnungseigentümers am Gemeinschaftseigentum, angegeben in Tausendstel (z. B. 85/1000). Der MEA bestimmt das Stimmrecht in der Eigentümerversammlung und die Kostentragungspflicht für das Hausgeld.

    N
    5 Begriffe

    Nebenkostenabrechnung

    Jährliche Abrechnung der Betriebskosten eines Mietobjekts durch den Vermieter. Beim Verkauf vermieteter Immobilien muss geklärt werden, ob noch offene Abrechnungen bestehen und wer für Nachzahlungen oder Guthaben haftet.

    Nachbarschaftsrecht

    Gesamtheit der Regelungen, die das Verhältnis benachbarter Grundstückseigentümer betreffen – z. B. Grenzabstände für Bäume, Einfriedung, Hammerschlags- und Leiterrecht. In Hessen geregelt im Hessischen Nachbarrechtsgesetz.

    Nießbrauch

    Umfassendes Nutzungsrecht an einer Immobilie, das dem Berechtigten erlaubt, die Immobilie zu bewohnen oder zu vermieten und die Erträge zu behalten. Der Nießbrauch mindert den Verkaufswert erheblich, da der Käufer die Immobilie nicht frei nutzen kann.

    Nießbrauch Immobilie verkaufen

    Notaranderkonto

    Treuhandkonto des Notars, über das der Kaufpreis abgewickelt werden kann. Der Käufer zahlt auf das Notaranderkonto, und der Notar gibt den Betrag erst frei, wenn alle Voraussetzungen für die Eigentumsumschreibung erfüllt sind.

    Notarkosten

    Gebühren für die notarielle Beurkundung des Kaufvertrags und die Abwicklung (ca. 1,5 % des Kaufpreises). Die Notarkosten umfassen Beurkundung, Vollzug und ggf. Treuhandtätigkeit. Hinzu kommen Grundbuchgebühren (ca. 0,5 %).

    P
    1 Begriff

    Provisionsbestätigung

    Schriftliche Bestätigung, dass ein Käufer oder Verkäufer die Maklerprovision zur Kenntnis genommen hat und sich zur Zahlung im Erfolgsfall verpflichtet. Seit der Provisionsteilungspflicht 2020 ist die Dokumentation beider Provisionsvereinbarungen essenziell.

    R
    3 Begriffe

    Rendite

    Verhältnis von Mieteinnahmen zum eingesetzten Kapital, ausgedrückt in Prozent. Die Brutto-Rendite ergibt sich aus Jahresnettokaltmiete geteilt durch Kaufpreis. In Frankfurt liegen übliche Brutto-Renditen bei 2,8–4,0 % je nach Lage und Objekttyp.

    Vermietete Wohnung verkaufen

    Restnutzungsdauer

    Verbleibende wirtschaftliche Nutzungsdauer eines Gebäudes in Jahren. Sie ergibt sich aus der Gesamtnutzungsdauer (z. B. 80 Jahre bei Wohngebäuden) abzüglich des Gebäudealters, ggf. korrigiert um durchgeführte Modernisierungen. Wichtig für das Sachwert- und Ertragswertverfahren.

    Wertermittlung Immobilie

    Rückauflassungsvormerkung

    Sicherungsinstrument im Grundbuch, das dem Verkäufer unter bestimmten Bedingungen einen Rückübertragungsanspruch sichert. Häufig bei Grundstücksverkäufen durch Kommunen, um sicherzustellen, dass das Grundstück wie vereinbart bebaut wird.

    S
    7 Begriffe

    Schönheitsreparaturen

    Malerarbeiten und tapezieren innerhalb einer Mietwohnung. Ob der Mieter oder Vermieter dafür zuständig ist, hängt vom Mietvertrag ab. Beim Verkauf vermieteter Wohnungen ist der Zustand der Schönheitsreparaturen relevant für den Eindruck bei Besichtigungen.

    Sachwertverfahren

    Wertermittlungsverfahren, das den Immobilienwert aus dem Bodenwert plus dem Herstellungswert des Gebäudes (abzüglich Alterswertminderung) berechnet. Das Sachwertverfahren wird vor allem bei eigengenützten Häusern angewendet, bei denen keine Mieteinnahmen vorliegen.

    Wertermittlung Immobilie

    Sanierungsfahrplan (iSFP)

    Individueller Sanierungsfahrplan, der den energetischen Zustand eines Gebäudes analysiert und eine schrittweise Sanierungsstrategie empfiehlt. Der iSFP wird staatlich gefördert und kann den Verkaufswert steigern, da Käufer Förderungen für die empfohlenen Maßnahmen nutzen können.

    Energieausweis beim Verkauf

    Sondereigentum

    Teile einer Eigentumswohnung, die ausschließlich einem Eigentümer gehören – in der Regel die Wohnräume, nicht tragende Innenwände, Bodenbeläge, Innentüren und Sanitärinstallationen innerhalb der Wohnung. Definiert in der Teilungserklärung.

    Sonderumlage

    Einmalige Zusatzzahlung der Wohnungseigentümer für größere Instandhaltungsmaßnahmen (z. B. Dachsanierung), wenn die Instandhaltungsrücklage nicht ausreicht. Beschlossene Sonderumlagen gehen grundsätzlich auf den Käufer über.

    Wohnung verkaufen Frankfurt

    Spekulationsfrist

    Zeitraum, innerhalb dessen der Gewinn aus einem Immobilienverkauf steuerpflichtig ist. Bei Kapitalanlagen beträgt die Frist 10 Jahre ab Kaufdatum. Bei durchgehender Eigennutzung (im Verkaufsjahr und den zwei vorangegangenen Jahren) entfällt die Steuer.

    Steuern beim Immobilienverkauf

    Spekulationssteuer

    Umgangssprachlich für die Einkommensteuer auf den Veräußerungsgewinn einer Immobilie innerhalb der Spekulationsfrist. Der Gewinn wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert – in der Spitze bis zu 45 % plus Solidaritätszuschlag.

    Steuern beim Immobilienverkauf
    T
    3 Begriffe

    Tilgung

    Regelmäßige Rückzahlung eines Immobiliendarlehens. Die Anfangstilgung beträgt bei Annuitätendarlehen typischerweise 2–3 % pro Jahr. Je höher die Tilgung, desto schneller ist das Darlehen abbezahlt – aber desto höher ist auch die monatliche Rate.

    Teilungserklärung

    Notariell beurkundetes Dokument, das ein Gebäude in Sonder- und Gemeinschaftseigentum aufteilt und die Rechte und Pflichten der Eigentümer regelt. Die Teilungserklärung ist beim ETW-Verkauf eine der wichtigsten Unterlagen für Käufer und deren Banken.

    Wohnung in der WEG verkaufen

    Teilungsversteigerung

    Gerichtliche Zwangsversteigerung zur Aufhebung einer Eigentumsgemeinschaft (z. B. Erbengemeinschaft oder Scheidung). Eine Teilungsversteigerung führt häufig zu deutlichen Wertverlusten von 20–30 % gegenüber dem Marktwert.

    Teilungsversteigerung vermeiden
    U
    1 Begriff

    Unbedenklichkeitsbescheinigung

    Bescheinigung des Finanzamts, dass die Grunderwerbsteuer bezahlt wurde. Ohne Unbedenklichkeitsbescheinigung nimmt das Grundbuchamt keine Eigentumsumschreibung vor. Die Ausstellung dauert in Hessen ca. 4–8 Wochen nach Steuerzahlung.

    Grunderwerbsteuer Hessen
    V
    7 Begriffe

    Verkaufsexposé

    Professionell gestaltete Verkaufsunterlage mit Fotos, Grundrissen, Lagebeschreibung, Energiekennwerten und Preisinformation. Ein hochwertiges Verkaufsexposé steigert nachweislich die Nachfrage und verkürzt die Vermarktungsdauer.

    Exposé & Inszenierung

    Vormerkung

    Eintragung im Grundbuch zur Sicherung eines Anspruchs auf Rechtsänderung. Die bekannteste Form ist die Auflassungsvormerkung, die dem Käufer sein Recht auf Eigentumsübertragung sichert. Vormerkungen haben Rang und schützen vor Zwischenverfügungen.

    Grundbuch verstehen

    Vergleichswertverfahren

    Wertermittlungsverfahren, das den Immobilienwert aus tatsächlich erzielten Kaufpreisen vergleichbarer Objekte ableitet. Das marktnahste Verfahren, besonders geeignet für Eigentumswohnungen und Reihenhäuser in Lagen mit ausreichend Vergleichstransaktionen.

    Wertermittlung Immobilie

    Verkehrswert

    Marktwert einer Immobilie gemäß § 194 BauGB – der Preis, der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr unter Berücksichtigung aller wertbeeinflussenden Umstände zu erzielen wäre. Grundlage für Kaufpreisfindung, Besteuerung und gerichtliche Verfahren.

    Verkehrswertgutachten

    Verkehrswertgutachten

    Offizielles Wertgutachten, erstellt von einem zertifizierten Sachverständigen nach den Vorgaben der ImmoWertV. Besonders relevant bei Erbschaft, Scheidung, Finanzamtsangelegenheiten oder gerichtlichen Auseinandersetzungen. Kosten: ca. 1.500–3.500 € je nach Objektgröße.

    Verkehrswertgutachten

    Vorfälligkeitsentschädigung

    Entschädigung an die Bank bei vorzeitiger Rückzahlung eines Immobiliendarlehens (z. B. beim Verkauf vor Ende der Zinsbindung). Die Höhe richtet sich nach der Restlaufzeit, dem Zinssatz und dem ausstehenden Darlehensbetrag.

    Haus verkaufen mit Schulden

    Vorkaufsrecht

    Recht, eine Immobilie zu den gleichen Bedingungen zu kaufen, zu denen sie einem Dritten angeboten wird. Vorkaufsrechte können gesetzlich (z. B. Gemeinde, Mieter bei Umwandlung) oder vertraglich vereinbart sein. Im Grundbuch eingetragene Vorkaufsrechte binden jeden Käufer.

    W
    5 Begriffe

    Wirtschaftsplan

    Jährlicher Haushaltsplan der WEG, der die voraussichtlichen Einnahmen und Ausgaben für das Gemeinschaftseigentum auflistet. Der Wirtschaftsplan legt die Höhe des Hausgeldes fest und wird in der Eigentümerversammlung beschlossen.

    Wohnflächenverordnung (WoFlV)

    Bundesverordnung zur einheitlichen Berechnung der Wohnfläche. Regelt, wie Dachschrägen (unter 1 m: 0 %, 1–2 m: 50 %), Balkone (25 %), Terrassen und andere Flächen angerechnet werden. Maßgeblich für Mietverträge und den Immobilienverkauf.

    Wegerecht

    Recht, ein fremdes Grundstück zu überqueren, um zum eigenen Grundstück zu gelangen. Wegerechte werden als Grunddienstbarkeit in Abteilung II des Grundbuchs eingetragen. Beim Verkauf müssen bestehende Wegerechte offengelegt werden.

    Wohnfläche

    Nach der Wohnflächenverordnung (WoFlV) berechnete Fläche einer Wohnung oder eines Hauses. Dachschrägen unter 1 m Höhe zählen nicht, zwischen 1 und 2 m nur zu 50 %. Balkone und Terrassen werden in der Regel zu 25 % angerechnet.

    Wohnrecht

    Beschränkte persönliche Dienstbarkeit, die dem Berechtigten erlaubt, eine Immobilie oder Teile davon zu bewohnen. Anders als beim Nießbrauch darf der Berechtigte die Immobilie nicht vermieten. Das Wohnrecht mindert den Verkaufswert.

    Wohnrecht Immobilie verkaufen
    Z
    3 Begriffe

    Zinsbindung

    Zeitraum, für den der Zinssatz eines Immobiliendarlehens festgeschrieben ist – üblich sind 10, 15 oder 20 Jahre. Nach Ablauf der Zinsbindung muss eine Anschlussfinanzierung vereinbart werden. Bei einem Verkauf innerhalb der Zinsbindung fällt ggf. eine Vorfälligkeitsentschädigung an.

    Haus verkaufen mit Schulden

    Zugewinnausgleich

    Bei Scheidung: Ausgleich des während der Ehe erworbenen Vermögens. Die Immobilie ist häufig der größte Vermögenswert. Der Zugewinn wird hälftig geteilt – durch Verkauf, Übernahme durch einen Partner oder Verrechnung mit anderen Vermögenswerten.

    Scheidung Immobilie verkaufen

    Zwangsversteigerung

    Gerichtliche Verwertung einer Immobilie zur Befriedigung von Gläubigeransprüchen. Zwangsversteigerungen führen in der Regel zu deutlichen Wertabschlägen von 20–40 %. Ein rechtzeitiger freihändiger Verkauf erzielt fast immer einen höheren Erlös.

    Haus verkaufen mit Schulden

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