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    Recht & Steuern

    Grunderwerbsteuer Hessen 2026 – Höhe, Berechnung, Sparen

    Die Grunderwerbsteuer ist ein erheblicher Kostenfaktor beim Immobilienkauf. So funktioniert sie in Hessen.

    GIP
    GIP FrankfurtImmobilienexperten
    Aktualisiert:
    8 Min. Lesezeit

    Das Wichtigste in Kürze

    • Grunderwerbsteuer in Hessen: 6 % des Kaufpreises – einer der höchsten Sätze in Deutschland
    • Zahlung durch den Käufer: Die Steuer ist Voraussetzung für die Eigentumsumschreibung im Grundbuch
    • Freibeträge nur in Ausnahmen: Erbschaft, Schenkung an Verwandte in gerader Linie, Scheidungsfolgenvereinbarung
    • Legale Sparmöglichkeiten: Bewegliches Inventar separat ausweisen, Instandhaltungsrücklage abziehen
    • Stand 2026: Seit 2025 wird eine bundesweite Reform diskutiert – der Satz in Hessen bleibt unverändert bei 6 %

    Grunderwerbsteuer Hessen 2026 – Was Käufer und Verkäufer wissen müssen

    Die Grunderwerbsteuer ist der größte Einzelposten unter den Kaufnebenkosten und fällt bei jedem Immobilienerwerb in Deutschland an. In Hessen beträgt sie 6 % des Kaufpreises – damit gehört das Bundesland zur Spitzengruppe.

    Ob Sie eine Wohnung in Frankfurt kaufen oder ein Haus im Taunus erwerben: Die Grunderwerbsteuer ist fester Bestandteil Ihrer Finanzierungsplanung. In diesem Ratgeber erklären wir den aktuellen Steuersatz, zeigen Berechnungsbeispiele und legale Sparmöglichkeiten. Ergänzend empfehlen wir unsere Ratgeber zu Steuern beim Immobilienverkauf, zum Kaufvertrag sowie zur Maklerprovision in Frankfurt.

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    3,57 % inkl. MwSt. (hälftige Teilung nach § 656c BGB)

    Ihre Kaufnebenkosten in Hessen

    KostenpositionSatzBetrag
    Grunderwerbsteuer Hessen6,00 %30.000 €
    Notarkosten (GNotKG)~ 1,50 %7.500 €
    Grundbuchkosten~ 0,50 %2.500 €
    Gesamte Kaufnebenkosten8.00 %40.000 €

    Unverbindliche Schätzung nach GNotKG, GrEStG Hessen und § 656c BGB. Keine Steuer- oder Rechtsberatung. Stand: 2026.

    Tipp: Unser ausführlicher Nebenkostenrechner für Hessen zeigt zusätzlich Notar-, Grundbuch- und Maklerkosten – mit Beispielrechnung für Frankfurt.

    Grunderwerbsteuer Hessen 2026 – Aktueller Steuersatz

    Der Grunderwerbsteuersatz in Hessen beträgt seit dem 1. August 2014 unverändert 6 %. Zuvor lag er bei 5 % (2013–2014) und davor beim bundeseinheitlichen Satz von 3,5 %. Rechtsgrundlage sind §§ 1 und 11 des Grunderwerbsteuergesetzes (GrEStG).

    6,0 %

    Steuersatz Hessen

    seit 2014

    unverändert

    16

    verschiedene Sätze in DE

    3,5 %

    Mindestsatz (Bayern, Sachsen)

    Bundesländer im Vergleich

    BundeslandSteuersatzBeispiel: 500.000 € Kaufpreis
    Hessen6,0 %30.000 €
    Brandenburg6,5 %32.500 €
    NRW6,5 %32.500 €
    Schleswig-Holstein6,5 %32.500 €
    Baden-Württemberg5,0 %25.000 €
    Hamburg5,5 %27.500 €
    Bayern3,5 %17.500 €
    Sachsen3,5 %17.500 €

    Wer zahlt die Grunderwerbsteuer?

    Grundsätzlich zahlt der Käufer die Grunderwerbsteuer. Rechtlich besteht jedoch eine Gesamtschuldnerschaft nach § 13 GrEStG – das heißt, Käufer und Verkäufer haften gemeinsam gegenüber dem Finanzamt. In der Praxis ist das aber irrelevant, weil die Eigentumsumschreibung erst nach Zahlung erfolgt.

    Was ist die Unbedenklichkeitsbescheinigung?

    Die Unbedenklichkeitsbescheinigung ist eine Bestätigung des Finanzamts, dass die Grunderwerbsteuer bezahlt wurde. Ohne diese Bescheinigung kann das Grundbuchamt den Käufer nicht als neuen Eigentümer eintragen. Sie ist also der „Schlüssel" zur Eigentumsumschreibung.

    Berechnung der Grunderwerbsteuer

    Die Berechnung ist denkbar einfach:

    Kaufpreis × 6 % = Grunderwerbsteuer

    Berechnungsbeispiele für Hessen

    KaufpreisSteuersatzGrunderwerbsteuer
    200.000 €6 %12.000 €
    400.000 €6 %24.000 €
    600.000 €6 %36.000 €
    800.000 €6 %48.000 €
    1.000.000 €6 %60.000 €

    Bemessungsgrundlage ist der im Kaufvertrag vereinbarte Kaufpreis für das Grundstück und das Gebäude. Nicht zur Bemessungsgrundlage gehören: bewegliches Inventar (Einbauküche, Markisen, Sauna) und bei Eigentumswohnungen die anteilige Instandhaltungsrücklage.

    Inventar und Instandhaltungsrücklage

    Wird im Kaufvertrag eine Einbauküche im Wert von 8.000 € und eine Instandhaltungsrücklage von 5.000 € separat ausgewiesen, reduziert sich die Bemessungsgrundlage um 13.000 €. Bei 6 % spart der Käufer dadurch 780 € Grunderwerbsteuer.

    Wann wird die Grunderwerbsteuer fällig?

    Der Ablauf von der Beurkundung bis zur Eigentumsumschreibung folgt einem festen Schema:

    1

    Notarielle Beurkundung

    Der Notar ist verpflichtet, den Kaufvertrag innerhalb von 2 Wochen dem Finanzamt anzuzeigen.

    2

    Steuerbescheid (ca. 4–8 Wochen nach Beurkundung)

    Das Finanzamt setzt die Grunderwerbsteuer fest und sendet den Bescheid an den Käufer.

    3

    Zahlungsfrist: 1 Monat nach Bescheid

    Die Steuer muss innerhalb eines Monats nach Zustellung des Bescheids bezahlt werden.

    4

    Unbedenklichkeitsbescheinigung → Eigentumsumschreibung

    Erst nach Zahlung stellt das Finanzamt die Bescheinigung aus. Der Notar kann dann die Umschreibung im Grundbuch veranlassen.

    Freibeträge und Befreiungen

    Anders als bei der Erbschaftsteuer gibt es bei der Grunderwerbsteuer keinen allgemeinen Freibetrag. Die Steuer fällt ab dem ersten Euro an. Es gibt jedoch gesetzlich definierte Befreiungen:

    Befreiungen nach dem GrEStG

    AnlassBefreiung?Erklärung
    Erwerb unter Ehegatten✓ Ja§ 3 Nr. 4 GrEStG – vollständige Befreiung
    Verwandte in gerader Linie✓ Ja§ 3 Nr. 6 GrEStG – Eltern, Kinder, Enkel
    Scheidungsfolgenvereinbarung✓ Ja§ 3 Nr. 5a GrEStG – im Rahmen der Vermögensauseinandersetzung
    Erbfall✓ Ja§ 3 Nr. 2 GrEStG – Erwerb von Todes wegen
    Schenkung (Verwandte gerader Linie)✓ Ja§ 3 Nr. 2 GrEStG – aber: Schenkungsteuer kann anfallen
    Kauf zwischen Geschwistern✗ NeinGeschwister sind nicht „gerade Linie" – volle Steuer

    Grunderwerbsteuer sparen – legale Möglichkeiten

    Die Grunderwerbsteuer lässt sich nicht vermeiden, aber in bestimmten Fällen legal reduzieren:

    Bewegliches Inventar ausweisen

    Einbauküche, Sauna, Markisen, Gartenhaus – alles, was nicht fest mit dem Gebäude verbunden ist, kann im Kaufvertrag separat ausgewiesen werden und reduziert die Bemessungsgrundlage.

    Instandhaltungsrücklage

    Bei Eigentumswohnungen kann die anteilige Instandhaltungsrücklage vom Kaufpreis abgezogen werden, da sie kein Entgelt für die Immobilie darstellt.

    Nichtabnahme-Entschädigung

    Bei Bauträgerverträgen: Sonderwünsche oder Nichtabnahme-Entschädigungen können unter Umständen die Bemessungsgrundlage reduzieren. Steuerliche Beratung empfohlen.

    Grenzen der Sparmöglichkeiten

    Das Finanzamt prüft die Angaben im Kaufvertrag. Überhöhte Inventarwerte oder konstruierte Aufteilungen können als Steuerhinterziehung gewertet werden. Halten Sie die Werte realistisch und dokumentieren Sie den Zeitwert des Inventars (z. B. durch Fotos und Rechnungen).

    Grunderwerbsteuer für Verkäufer – Was Sie wissen müssen

    Als Verkäufer zahlen Sie die Grunderwerbsteuer nicht – aber sie beeinflusst Ihren Verkaufserfolg, denn die Nebenkosten des Käufers bestimmen dessen Budget für den Kaufpreis.

    Gesamtnebenkosten für Käufer in Hessen

    Grunderwerbsteuer6,00 %
    Notar- und Grundbuchkostenca. 1,50 %
    Maklerprovision (Käuferanteil)ca. 3,57 %
    Gesamtnebenkostenca. 11 %

    Bei einem Kaufpreis von 500.000 € zahlt der Käufer also rund 55.000 € Nebenkosten. Dieses Budget fehlt für den eigentlichen Kaufpreis – ein Aspekt, den Sie bei der Preisfindung berücksichtigen sollten. Mehr dazu in unserem Maklerkosten-Ratgeber.

    Gesamtschuldnerschaft als theoretisches Risiko

    Obwohl der Verkäufer als Gesamtschuldner haftet, ist das Risiko in der Praxis gering: Da die Eigentumsumschreibung erst nach Zahlung erfolgt, hat der Käufer ein starkes Eigeninteresse, die Steuer zu zahlen. Nur wenn der Kaufvertrag rückabgewickelt wird, können sich Komplikationen ergeben.

    Typische Fehler bei der Grunderwerbsteuer

    Inventar nicht separat ausweisen

    Viele Käufer verschenken Sparpotenzial, weil bewegliches Inventar nicht im Kaufvertrag aufgeführt wird. Bei einer Einbauküche (8.000 €) und einer Sauna (5.000 €) sind das 780 € unnötig gezahlte Steuer.

    Steuer in der Finanzierung vergessen

    Die Grunderwerbsteuer muss aus Eigenkapital gezahlt werden – Banken finanzieren sie nicht. Wer sie nicht einplant, hat eine Finanzierungslücke. Bei 500.000 € Kaufpreis sind das 30.000 € zusätzlich.

    Steuerbescheid nicht prüfen

    Die Bemessungsgrundlage im Steuerbescheid kann fehlerhaft sein – etwa wenn das Finanzamt das separat ausgewiesene Inventar nicht berücksichtigt. Prüfen Sie den Bescheid und legen Sie ggf. Einspruch ein (Frist: 1 Monat).

    Befreiung nicht beantragen

    Bei Schenkung, Erbfall oder Übertragung unter Ehegatten ist die Grunderwerbsteuer befreit – aber nur, wenn Sie dies geltend machen. Informieren Sie den Notar vorab über die Verwandtschaftsverhältnisse.

    Fazit

    Die Grunderwerbsteuer in Hessen ist mit 6 % einer der höchsten Sätze in Deutschland und ein erheblicher Kostenfaktor beim Immobilienkauf. Auch wenn sich die Steuer nicht vermeiden lässt, gibt es legale Möglichkeiten, die Bemessungsgrundlage zu reduzieren – insbesondere durch das separate Ausweisen von Inventar und Instandhaltungsrücklage.

    Für Verkäufer ist die Grunderwerbsteuer zwar keine direkte Belastung, beeinflusst aber die Preisverhandlung: Je höher die Nebenkosten, desto weniger Budget bleibt dem Käufer für den eigentlichen Kaufpreis. Eine professionelle Preisstrategie berücksichtigt diesen Faktor.

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    Häufig gestellte Fragen

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