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    Grundstück verkaufen Frankfurt – Bauland, Preis, Ablauf

    Grundstücke sind in Frankfurt begehrt. Erfahren Sie, wie Sie den Wert ermitteln, Baurecht prüfen und den richtigen Käufer finden.

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    GIP FrankfurtImmobilienexperten
    Aktualisiert:
    9 Min. Lesezeit

    Das Wichtigste in Kürze

    • 1.Bodenrichtwerte Frankfurt: 500–3.500 EUR/qm je nach Lage und Baurecht
    • 2.Baurechtsprüfung: B-Plan-Einsicht beim Stadtplanungsamt ist entscheidend
    • 3.Käuferkreis: Bauträger, Projektentwickler und private Bauherren
    • 4.Spekulationssteuer: Verkauf nach 10 Jahren Besitz steuerfrei
    • 5.Verkaufsdauer: 3–9 Monate je nach Lage und Grundstücksart

    Baugrundstücke in Frankfurt am Main gehören zu den begehrtesten und knappsten Ressourcen im Rhein-Main-Gebiet. Wer ein Grundstück in Frankfurt verkaufen möchte, hat gute Karten – vorausgesetzt, Baurecht, Erschließung und Preisfindung stimmen. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Grundstück zum bestmöglichen Preis verkaufen und welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.

    Frankfurt verzeichnet seit Jahren eine hohe Nachfrage nach Bauland. Die Stadt wächst, Wohnraum ist knapp, und sowohl Bauträger als auch private Bauherren suchen intensiv nach bebaubaren Flächen. Diese Marktsituation eröffnet Grundstückseigentümern attraktive Verkaufschancen – wenn die Vorbereitung stimmt.

    Grundstücksarten im Überblick

    Nicht jedes Grundstück ist gleich wertvoll. Der Entwicklungsstand bestimmt maßgeblich den Preis – und damit auch Ihren Verkaufserlös:

    Grundstücksarten und Preisabschläge

    GrundstücksartBeschreibungPreisabschlag
    Baureifes LandSofort bebaubar, alle Genehmigungen möglich0% (Referenzpreis)
    RohbaulandIm B-Plan, aber noch nicht voll erschlossen20–40%
    BauerwartungslandKünftige Bebauung wahrscheinlich, aber noch nicht gesichert40–60%

    Bauerwartungsland

    Bei Bauerwartungsland besteht die begründete Erwartung einer späteren Bebaubarkeit – etwa durch geplante Änderungen im Flächennutzungsplan. Der Preis liegt deutlich unter baureifem Land, da Unsicherheit über den Zeitpunkt und die Art der Bebauung besteht.

    Rohbauland

    Rohbauland ist im Bebauungsplan bereits als Bauland ausgewiesen, jedoch noch nicht vollständig erschlossen. Es fehlen möglicherweise Straßenanschluss, Kanal oder Versorgungsleitungen. Die Erschließungskosten können erheblich sein und mindern den Grundstückspreis.

    Baureifes Land

    Baureifes Land ist sofort bebaubar: Es liegt ein rechtskräftiger Bebauungsplan vor, das Grundstück ist voll erschlossen, und eine Baugenehmigung kann beantragt werden. Diese Grundstücke erzielen die höchsten Preise.

    Grundstückswert ermitteln

    Die Wertermittlung eines Grundstücks unterscheidet sich von der Bewertung bebauter Immobilien. Der Bodenwert ist der zentrale Faktor – und der hängt maßgeblich von Lage, Baurecht und Erschließung ab.

    Bodenrichtwert Frankfurt 2025

    Der Bodenrichtwert gibt den durchschnittlichen Preis pro Quadratmeter für ein Referenzgrundstück in einer bestimmten Zone an. Sie finden die aktuellen Werte kostenlos im BORIS.Hessen Portal (Bodenrichtwertinformationssystem).

    Bodenrichtwerte Frankfurt nach Stadtteilen (2025)

    StadtteilBodenrichtwert (EUR/qm)
    Westend2.800 – 3.500
    Nordend2.200 – 2.800
    Sachsenhausen1.800 – 2.500
    Bornheim1.400 – 1.800
    Frankfurt-Ost800 – 1.200
    Randlagen500 – 900

    Quelle: Gutachterausschuss Frankfurt am Main, Stand Januar 2025. Angaben für baureifes Wohnbauland.

    Bodenrichtwert ≠ Verkaufspreis

    Der Bodenrichtwert ist ein Durchschnittswert für ein Referenzgrundstück. Ihr tatsächlicher Grundstückspreis kann je nach Zuschnitt, Ausrichtung, Baulasten und Erschließung deutlich abweichen – nach oben wie nach unten.

    Individuelle Wertfaktoren

    Neben dem Bodenrichtwert beeinflussen zahlreiche individuelle Faktoren den erzielbaren Verkaufspreis:

    • Zuschnitt und Ausrichtung: Quadratische Grundstücke mit Südausrichtung erzielen Aufpreise
    • Erschließungsgrad: Voll erschlossene Grundstücke sind deutlich wertvoller
    • Topografie: Hanglagen erfordern aufwendigere Bebauung und mindern den Preis
    • Altlasten/Baulasten: Eingetragene Lasten können den Wert erheblich reduzieren
    • Bebauungsdichte: Je mehr Wohnfläche bebaubar ist, desto höher der Preis

    Für eine fundierte Wertermittlung empfehlen wir unseren Ratgeber zur professionellen Wertermittlung von Immobilien.

    Baurecht prüfen

    Das Baurecht ist beim Grundstücksverkauf der entscheidende Wertfaktor. Ohne klares Baurecht ist weder eine seriöse Wertermittlung noch ein erfolgreicher Verkauf möglich.

    Bebauungsplan lesen

    Der Bebauungsplan (B-Plan) nach § 30 BauGB legt fest, was auf einem Grundstück gebaut werden darf. Sie erhalten ihn kostenlos beim Stadtplanungsamt Frankfurt. Wichtige Angaben im B-Plan:

    • Art der baulichen Nutzung: Wohngebiet, Mischgebiet, Gewerbe etc.
    • Maß der baulichen Nutzung: GRZ, GFZ, Anzahl der Geschosse
    • Bauweise: Offene oder geschlossene Bauweise
    • Überbaubare Fläche: Baugrenzen und Baulinien

    GRZ und GFZ verstehen

    Diese Kennzahlen bestimmen, wie viel Gebäude auf Ihrem Grundstück entstehen darf:

    GRZ (Grundflächenzahl)

    Anteil der Grundstücksfläche, die überbaut werden darf.

    Beispiel: GRZ 0,4 bei 500 qm Grundstück = max. 200 qm Gebäudegrundfläche

    GFZ (Geschossflächenzahl)

    Verhältnis der gesamten Geschossfläche zur Grundstücksgröße.

    Beispiel: GFZ 1,2 bei 500 qm Grundstück = max. 600 qm Geschossfläche (z.B. 3 Vollgeschosse à 200 qm)

    Baulasten und Altlasten

    Vor dem Verkauf sollten Sie unbedingt das Baulastenverzeichnis beim Bauamt und das Altlastenkataster beim Umweltamt prüfen:

    • Baulasten: Verpflichtungen gegenüber Nachbarn oder der Gemeinde (z.B. Abstandsflächen, Überfahrtrechte)
    • Altlasten: Bodenverunreinigungen aus früherer Nutzung (Gewerbe, Tankstellen etc.)

    Kosten für Altlastengutachten

    Ein Altlastengutachten kostet zwischen 1.500 und 4.000 EUR. Bei Verdacht auf Kontamination (ehemalige Gewerbe- oder Industrienutzung) ist es vor dem Verkauf dringend empfehlenswert – andernfalls können erhebliche Preisabschläge oder Rückabwicklungen drohen.

    Käufergruppen für Grundstücke

    Je nach Grundstücksgröße und Bebaubarkeit kommen unterschiedliche Käufergruppen in Frage – mit verschiedenen Anforderungen und Preisvorstellungen.

    Bauträger & Projektentwickler

    Ideal für: Größere Grundstücke (ab 500 qm), Grundstücke mit hoher GFZ

    Vorteile: Zahlen oft Premiumpreise, professionelle Abwicklung

    Nachteile: Längere Due-Diligence-Phase (2–4 Monate), Kaufentscheidung von Wirtschaftlichkeitsprüfung abhängig

    Bauträger kalkulieren den Grundstückspreis rückwärts: Sie ermitteln, welche Wohnfläche bebaubar ist und wie viel Erlös nach Fertigstellung erzielbar ist – daraus ergibt sich der maximale Grundstückspreis. Bei attraktivem Baurecht zahlen sie daher oft mehr als private Käufer.

    Private Bauherren

    Ideal für: Einfamilienhaus-Grundstücke (300–800 qm)

    Vorteile: Schnellere Entscheidung, oft emotionale Kaufmotivation

    Nachteile: Begrenzteres Budget, Finanzierung muss stimmen

    Private Bauherren suchen ihren Traum vom Eigenheim. Sie sind oft bereit, für die „perfekte" Lage einen Aufpreis zu zahlen, wenn das Grundstück ihren Vorstellungen entspricht.

    Tipp: Nachbarn nicht vergessen!

    Angrenzende Grundstückseigentümer haben oft Interesse an einer Arrondierung ihres Grundstücks. Sie sind manchmal bereit, einen Aufpreis zu zahlen – eine diskrete Anfrage kann sich lohnen.

    Verkaufsprozess Schritt für Schritt

    Der Verkauf eines Grundstücks folgt einem strukturierten Ablauf. Hier die sechs wesentlichen Schritte:

    1

    Baurecht prüfen

    1–2 Wochen

    B-Plan einholen, GRZ/GFZ prüfen, Baulasten und Altlasten klären

    2

    Wert ermitteln

    1 Woche

    Bodenrichtwert als Basis, individuelle Faktoren berücksichtigen

    3

    Unterlagen zusammenstellen

    1–2 Wochen

    Grundbuch, Flurkarte, Leitungsauskünfte, Altlastenauskunft

    4

    Käufergruppe ansprechen

    variabel

    Bauträger oder Privatkäufer? Die richtige Strategie wählen

    5

    Vermarkten & verhandeln

    4–12 Wochen

    Exposé erstellen, Interessenten qualifizieren, Preisverhandlungen führen

    6

    Notartermin & Übergabe

    4–6 Wochen

    Kaufvertrag beurkunden, Kaufpreis abwarten, Eigentumsübertragung

    Notwendige Unterlagen

    Für einen reibungslosen Grundstücksverkauf benötigen Sie folgende Dokumente:

    Grundbuchauszug

    Nicht älter als 3 Monate

    Flurkarte / Lageplan

    Amtlich, mit Grenzpunkten

    Bebauungsplan

    Oder Bauvorbescheid

    Baulastenverzeichnis

    Vom Bauordnungsamt

    Altlastenauskunft

    Vom Umweltamt

    Leitungsauskünfte

    Strom, Gas, Wasser, Kanal

    Vermessungsurkunde

    Falls vorhanden

    Bodengutachten

    Bei Altlastenverdacht

    Unser Unterlagen-Audit-Service hilft Ihnen, alle Dokumente vollständig und rechtssicher zusammenzustellen.

    Steuern beim Grundstücksverkauf

    Beim Verkauf eines Grundstücks können verschiedene Steuern anfallen. Die wichtigsten Regelungen im Überblick:

    Spekulationssteuer

    Beim Verkauf eines unbebauten Grundstücks gilt die 10-jährige Spekulationsfrist. Liegt der Kauf weniger als 10 Jahre zurück, wird der Gewinn mit Ihrem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert.

    • Nach 10 Jahren: Verkauf steuerfrei
    • Innerhalb der 10 Jahre: Gewinn wird mit persönlichem Steuersatz versteuert (bis 45%)
    • Erbschaft: Sie übernehmen die Spekulationsfrist des Erblassers

    Vorsicht: Gewerblicher Grundstückshandel

    Verkaufen Sie mehr als 3 Immobilien innerhalb von 5 Jahren, kann das Finanzamt gewerblichen Grundstückshandel unterstellen. Die Folge: Gewerbesteuerpflicht auf alle Gewinne – auch auf zuvor private Verkäufe. Lassen Sie sich rechtzeitig steuerlich beraten!

    Gewerbesteuer bei Grundstückshandel

    Bei gewerblichem Grundstückshandel (3-Objekt-Grenze) fällt zusätzlich zur Einkommensteuer auch Gewerbesteuer an. In Frankfurt beträgt der Hebesatz 460%.

    Detaillierte Informationen finden Sie in unserem Ratgeber zu Steuern beim Immobilienverkauf.

    Grundstücksmarkt Frankfurt 2025

    Der Frankfurter Grundstücksmarkt ist geprägt von extremer Knappheit und anhaltend hoher Nachfrage:

    • Nachfrage übersteigt Angebot: Baugrundstücke in Frankfurt sind extrem rar
    • Nachverdichtung gewinnt: Abrissgrundstücke mit höherem Baurecht werden gesucht
    • Randlagen holen auf: Steigende Preise auch in Höchst, Bergen-Enkheim, Sossenheim

    Aktuelle Preisspannen nach Lagen

    Premium-Lagen

    2.500–3.500 €/qm

    Westend, Holzhausenviertel

    Gute Lagen

    1.500–2.500 €/qm

    Nordend, Sachsenhausen, Bornheim

    Entwicklungslagen

    500–1.200 €/qm

    Höchst, Sossenheim, Randgebiete

    Typische Fehler vermeiden

    Diese vier Fehler sehen wir beim Grundstücksverkauf immer wieder – vermeiden Sie sie von Anfang an:

    Baurecht nicht geprüft

    Ohne Kenntnis von GRZ, GFZ und Baulasten ist keine seriöse Preisfindung möglich. Käufer prüfen das Baurecht – Sie sollten es auch tun.

    Erschließungsbeiträge vergessen

    Bei noch nicht voll erschlossenen Grundstücken können Nachzahlungen an die Stadt fällig werden. Das muss in den Preis einkalkuliert werden.

    Altlasten verschwiegen

    Verschwiegene Altlasten können zur Rückabwicklung führen und Schadensersatzansprüche auslösen. Transparenz zahlt sich aus.

    Falsche Zielgruppe angesprochen

    Ein 1.000 qm Grundstück mit hoher GFZ gehört vor Bauträger, nicht auf Kleinanzeigen für Privatkäufer.

    Fazit & nächste Schritte

    Der Verkauf eines Grundstücks in Frankfurt erfordert sorgfältige Vorbereitung: Baurecht prüfen, Wert realistisch ermitteln, die richtige Käufergruppe ansprechen und rechtssicher abwickeln. Mit dem richtigen Partner an Ihrer Seite holen Sie das Maximum aus Ihrem Grundstücksverkauf heraus.

    Bei GIP Frankfurt haben wir langjährige Erfahrung mit dem Verkauf von Grundstücken und direkte Kontakte zu Bauträgern und Projektentwicklern in der Region. Wir übernehmen die Baurechtsanalyse, Wertermittlung und Vermarktung – und finden den passenden Käufer für Ihr Grundstück.

    Ihre nächsten Schritte

    • Kostenlose Erstberatung zu Ihrem Grundstück
    • Baurechtsanalyse und realistische Wertermittlung
    • Vermittlung an passende Käufergruppe (Bauträger oder Privat)

    Häufig gestellte Fragen

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    Fachbegriffe erklärt: Alle Fachbegriffe aus diesem Artikel finden Sie in unserem Immobilien-Glossar →

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